Kochbücher des Vertrauens

Damit die werte Leserschaft mal eine Vorstellung davon bekommt, woher ich die Inspirationen für meine Rezepte beziehe, möchte ich hier mal einige meiner Kochbücher und anderweitige Quellen auflisten. Ein guter Teil meiner Rezepte basiert auf Rezepten aus diesen Büchern. Die zugrunde liegenden Rezepte wird man beim Durchblättern dennoch nicht immer erkennen können, da ich üblicherweise Anpassungen verschiedenster Art vornehme. Am nächsten dran an den Vorlagen dürften meine indischen Rezepte sein, während die Nudelsaucen vielfach überhaupt keine konkreten Vorlagen haben. Grundsätzlich bevorzuge ich Kochbücher mit möglichst wenigen oder gar keinen Rezeptfotos, da das meiner Erfahrung nach ein Indiz dafür ist, dass das Kochbuch verständliche Anleitungen ohne unnötigen Schnickschnack enthält. Wenn man gerne in Antiquariaten stöbert, sollte man nach Kochbüchern aus dem Verlag für die Frau Ausschau halten, die generell sehr fundiert sind und mit denen ich bisher noch nie falsch gelegen habe.

Standardwerke und Grundkochbücher

Wir kochen gut (Buchverlag für die Frau)
Standard-DDR-Kochbuch und immer noch die Referenz für Hausmannskost.
Das Backbuch (Buchverlag für die Frau)
Das zu Wir kochen gut gehörige Backbuch mit praktisch allen Kuchen und Torten, die man so kennt.
Constance Spry, Rosemary Hume: The Constance Spry Cookery Book (JM Dent & Sons, Neuauflage bei Grub Street)
Obwohl ein Buch britischer Herkunft, finden sich hier vorwiegend Rezepte der gehobenen (also ursprünglich mal französischen) Küche. Die Autorinnen scheinen zwar etwas den alten Zeiten von vorm Krieg nachzuhängen, die überwiegend recht aufwändigen Rezepte entsprechen jedoch vollständig heutigen Essgewohnheiten und müssen nicht adaptiert werden. Täglich wird man kaum aus dieser dicken Schwarte kochen, es ist aber ein exzellentes Referenzwerk.
Vilém Vrabec: Das große Kochbuch (Artia Prag; antiquarisch)
Kochbuch mit Schwerpunkt auf der gehobenen Küche. Manche Rezepte sind ein bisschen üppig, haben etwas außergewöhnlichere Zutaten (der Mufflonbraten zum Beispiel) oder entsprechen nicht mehr ganz den heutigen Vorstellungen (das Buch ist von 1971), die Rezepte sind aber alle mit minimalen Veränderungen adaptierbar. Angesichts dessen, dass man dieses dicke Buch gebraucht für billig Geld bekommt, sollte es in keiner Küche fehlen.
Jovanka von Willsdorf, Crish Klose: Gequälte Brötchen (Schwarzkopf & Schwarzkopf)
Ein Kochbuch, das besonders für den Einstieg ins selbstständige Kochen geeignet ist, gerade weil hier eher Rezeptideen niedergeschrieben sind anstelle vollständiger Rezepte. Macht dadurch Lust aufs Ausprobieren von Eigenkreationen.
BBC Recipes
Die Rezepte-Sammlung der BBC. Sehr umfangreich mit sehr vielen Kochstilen und vom Niveau her für jeden etwas dabei – man findet sowohl Rezepte mit extremst detaillierten Anleitungen, als auch kompliziertere Sachen, wo man selber wissen sollte, was man da in der Küche tut.

Historische Kochbücher

Apicius: De re coquinaria
Der Apicius ist das bekannteste und am ehesten vollständig überlieferte römische Kochbuch. Nachkochen wird man daraus wohl eher selten etwas, zumal die römische Küche keine Urversion der italienischen Küche ist – einmal weil sich Kochkulturen schnell verändern können und zum anderen weil viele Lebensmittel, die wir heute mit der italienischen Küche verbinden, erst lange nach der Römerzeit verfügbar waren (wer sehr gut Italienisch versteht und einen Einblick in die spätmittelalterliche italienische Küche nehmen möchte, kann sich am Libro de arte coquinaria versuchen). Den Apicius gibt es in Original und Übersetzung bei Reclam. Die oben verlinkte Seite hält sich eng an die Reclam-Übersetzung, zudem enthält diese Website auch generelle Hinweise zur römischen Esskultur.
Robert Maier: Römisches Kochbuch
Zwar kein historisches Kochbuch, aber ein Buch über historische Kochkunst: Dieses Kochbuch stellt Rezepte aus verschiedenen antiken Quellen zusammen (darunter natürlich auch der berühmte Apicius). Vorangestellt ist dem Buch eine Abhandlung über die Römische Esskultur und was von ihr übrig blieb. Ebenso wird erläutert, welche Zutaten es damals gab und welche nicht und wie man manche Grundzutaten ersetzen kann, die man heute nur noch mit Mühe oder gar nicht mehr bekommt. Die Rezepte sind für heutige Küchengeräte adaptiert und ggf. kommentiert.
Das Buch von guter Speise
Das älteste erhaltene deutsche Kochbuch ist das Buch von guter Speise. Der Originaltext ist einigermaßen gut zu verstehen. Die vollständige hochdeutsche Übersetzung ist momentan leider offline. Auch mit dieser Übersetzung empfiehlt es sich, die Erläuterungen im Kulinarik-Wiki zu lesen. Die Rezepte sind bis auf wenige Sachen nichts, was man nachkochen würde (die vielen breiigen Gerichte wirken auf uns eher befremdlich), aber es ist interessant zu sehen, welche vermeintlich modernen Zutaten bereits damals in Mode waren.
Le Viandier
Der Viandier/ (hinter dem Link in der englischen Übersetzung – eine deutsche Übersetzung ist mir nicht bekannt) kommt aus Frankreich und gilt als ein Standardwerk der mittelalterlichen gehobenen Küche. Tatsächlich wird mehr gebraten und etwas weniger zerkocht als im Buch von guter Speise.
Allgemeines Obersächsisches Koch- und Speisebuch (1794; als Digitalisat: Teil 1, Teil 2)
Dieses Buch von 1794 bietet Rezepte für jeden Tag des Jahres (außer für den 29. Februar). Komplette Rezepte wird man eher selten nachkochen, aber so manche Inspiration kann man sich in diesem Kochbuch sicherlich holen, wenn man zur jeweiligen Jahreszeit passend kochen möchte. 1794 als Entstehungszeitraum für ein Kochbuch ist recht interessant, denn kulinarisch befinden wir uns deutlich in der Neuzeit, was an den Zutaten erkennbar ist, andererseits war Sachsen zur damaligen Zeit von der industriellen Revolution, die auch aufs Kochen weitreichende Auswirkungen haben sollte, noch weitgehend unberührt.
Sophie Wilhelmine Scheibler: Allgemeines deutsches Kochbuch für alle Stände (Erstauflage 1815; Nachdrucke beruhen in der Regel auf späteren Ausgaben)
Soweit es sich herausfinden lässt, war Sophie Wilhelmine Scheibler weniger bekannt und einflussreich als Henriette Davidis (obwohl Scheiblers Kochbuch über mehr als 100 Jahre kontinuierlich neu aufgelegt wurde), ihres ist aber das Buch, das mir sprachlich und von der Auswahl der Rezepte her besser gefällt. Scheibler stammte aus Berlin, weshalb bei der Auswahl der Rezepte der heutige nordostdeutsche Raum dezent dominiert. Es findet sich hier auch ein erstaunlich umfangreiches Kapitel mit Rezepten für Speiseeis.
Henriette Davidis: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche (Erstauflage 1845; Nachdrucke beruhen in der Regel auf späteren Ausgaben)
Vor allem aus küchenhistorischen Gründen interessant, bietet das Buch aber trotzdem Rezepte, die sich ohne weitere Veränderungen heute einsetzen lassen. Die Portionsgrößen sind etwas schwammig, was aber bei einiger Erfahrung in der Küche nicht allzu problematisch sein sollte, zumal Davidis metrische Einheiten verwendet (außer wenn man für 5 Pfennig Weißbrot in die Suppe rühren soll).
Eliza Acton: Modern Cookery for Private Families (Erstauflage 1845)
Actons Kochbuch gilt im englischsprachigen Raum als eines der ersten modernen Kochbücher, und im Jahre 1845 sind wir, nicht zuletzt durch die größere Zugänglichkeit vielfältiger Lebensmittel im Eisenbahnzeitalter, in der kulinarischen Jetztzeit angekommen. Interessant und sogar etwas überraschend an Actons Buch ist, dass sie sich nicht scheut, kräftige Gewürze einzusetzen – Chilis und Cayennepfeffer kommen mehrfach vor und in vielen Gerichten findet sich etwas abgeriebene Zitronenschale. Die vielen Puddings und Rezepte für Farce reißen heute keinen mehr vom Hocker, aber es gibt auch ein Kapitel über Curry und eins über ausländische und jüdische Küche. Außerdem gibt es ein sehr, sehr umfangreiches Kapitel über Süßkram. Zum Nachkochen eignet sich – natürlich mit Änderungen bedingt durch die Unterschiede in der Küchentechnik – überraschend viel, sofern man die Bandwurmsätze auseinanderklamüsert kriegt.
Isabella Beeton: Mrs Beeton's Book of Household Management (Erstauflage 1861)
Historisch sehr interessant. Der Rezepte-Teil macht zwar den größten Teil des Buches aus, dem Titel entsprechend drehen sich etliche Kapitel aber auch um das Haushalten in viktorianischen Zeiten (bis hin zu Auflistungen, was für Personal man sich bei welchem Jahreseinkommen leisten kann). Die Rezepte sind oft nicht ohne weitere Änderungen zu nutzen – teilweise haben sich die beschriebenen Gerichte stark geändert und die Mengenangaben sind zwar genau, aber auch dann ungewohnt, wenn man sonst öfters mit imperialen Einheiten kocht, da teilweise damalige Packungsgrößen angegeben werden. Außerdem beschleicht einen der Verdacht, dass Mrs Beeton eher Talent zum Haushalten als zum Kochen hatte.
Günter Linde, Heinz Knobloch: Guten Appetit – Eine Weltreise mit Messer und Gabel (Verlag für die Frau, antiquarisch)
Bei der heutigen Auswahl an Kochbüchern braucht man dieses Kochbuch nicht mehr. Es ist trotzdem sehr interessant zu lesen, denn trotz der vielen nicht vorhandenen oder gar gänzlich unbekannten Zutaten machen die Autoren erstaunlich wenig Kompromisse. Zu den verschiedenen Länderküchen gibt es immer ein paar interessante Bemerkungen und es werden beileibe nicht nur die sozialistischen Bruderstaaten mit eigenen Kapiteln bedacht.

Länderküche

Deutschland

Ulla Heise, Kathrin Fran#269;ik: Das Buch der sächsischen Hausküche (Buchverlag für die Frau; antiquarisch)
Sachsen vereint auf kleinem Raum etliche unterschiedliche Kulturräume, mit Gegenden, die eher den Ruf haben, ärmlich zu kochen und anderen Gegenden, die aufwändige Gerichte hervorgebracht haben. Erwartungsgemäß finden sich in diesem Buch verschiedene Sorten Kartoffelsuppe, etliche Varianten für Klöße und viel Süßes. Für einen Gesamtüberblick über die sächsische Küche ist man sicherlich mit diesem Kochbuch am besten bedient.
Kurt Drummer, Käthe Muskewitz: Von Apfelkartoffeln bis Zwiebelkuchen (Fachbuchverlag Leipzig; antiquarisch)
Wenn man traditionelle (Ost-)Deutsche Gerichte kennenlernen will, ist dies das Buch der Wahl. In der gewohnt hohen DDR-Kochbuch-Qualität sind hier 700 Rezepte versammelt – leider ist das Buch etwas unübersichtlich, da das Inhaltsverzeichnis ziemlich nichtssagend ist. Das ist aber das einzige Manko. Dafür wird man hier viele liebgewonnene Familienrezepte finden (und auch so manches, wo man sich fragt, wieso das jemals jemand freiwillig gegessen hat). Von Salaten, über eingelegtes Gemüse, klassische Fleischgerichte bis hin zu verschiedensten Backwaren ist hier alles enthalten und grob nach Kulturräumen sortiert.
Christian Lehmann-Enders: Kneedel, Leinöl & Quark (Heimat-Verlag Lübben)
Dieses Büchlein ist weniger ein Kochbuch und mehr ein Buch über die Küchengeschichte des Spreewalds und der umliegenden ehemals niedersorbisch besiedelten Gegend. Die enthaltenen Rezepte sind teilweise direkt alten Kochbüchern entnommen und selbst bei den modernen Rezepten sollte man wissen, was man in der Küche tut, aber es findet sich hier so manches Wohlfühlessen – und selbstredend mehrere Rezepte für Einlegegurken.

Frankreich

Elizabeth David: French Provincial Cooking (Penguin Books)
Kochbücher zur französischen Küche befassen sich oft nur mit der gehobenen französischen Küche und selten mit französischer Hausmannskost. In diesem Buch findet sich eine reiche Sammlung französischer Gerichte – von denen man in Deutschland vielfach noch nie gehört hat – aus den verschiedenen Regionen des Landes.

Großbritannien

Complete British Cookbook (National Trust)
Der National Trust kümmert sich auch um andere Sachen als Gebäude, in dem Falle auch um die britische Küche. Obwohl das Buch in einer deutlich moderneren (sprich: bunteren) Aufmachung daherkommt als English Food, finden darin sich etliche sehr traditionelle Gerichte. Dennoch sind die Rezepte so ausgewählt, dass sie im Allgemeinen vergleichsweise wenig aufwändig zuzubereiten sind.
Bobby Freeman: First catch your peacock (Y Lolfa)
First catch your peacock ist das Werk über die walisische Küche, und es ist weniger ein Kochbuch, als ein Buch über Küchenkulturgeschichte mit Rezepten zwischendrin. Daher ist es wunderbar zum Schmökern vor oder nach dem Wales-Urlaub geeignet.
Jane Grigson: English Food (Ebury Press, aktuelle Auflage bei Penguin)
Dieses Buch stellt klassisch-britische Rezepte zusammen, mit Schwerpunkt auf Fisch- und Fleischgerichten (zu meiner Freude gibt es auch ein eigenes kleines Kapitel zu Käsegerichten). Zusätzlich stehen jedem Kapitel einige küchenhistorische Erläuterungen voran. Wie auch im Constance Spry Cookery Book sind die Rezepte in English Food vielfach zu aufwändig, um mal eben wochentags gekocht zu werden; wenn man sich einmal den Aufwand macht, lohnt es sich aber.

Indien

Madhur Jaffrey: Indian Cookery (BBC Books); deutscher Titel: Indisch kochen. Gerichte und ihre Geschichte (Die Werkstatt)
Streifzug durch die indische Küche, mit Erläuterungen zu den Rezepten. Für die – generell eher aufwändigen – Rezepte wird eine Vielzahl von Gewürzen benötigt, die man aber, wenn man sie einmal im Schrank stehen hat, immer wieder einsetzen kann.
Julie Sahni: Classic Indian Cookery und Classic Indian Vegetarian Cookery (Grub Street); deutsche Titel: Das große indische Kochbuch und Das große vegetarische indische Kochbuch (Heyne)
Sahnis zwei Bücher sind deutlich umfangreicher als Jaffreys Buch und sie bieten eine sehr gründliche Einführung in die Zubereitungsmethoden der indischen Küche. Ganz erschließt sich mir die Aufteilung mancher vegetarischer Gerichte auf die beiden Bücher nicht (wenn man scharf auf die vegetarischen Gerichte ist, sollte man also trotzdem beide Bücher kaufen) und ehrlich gesagt schmecken mir Madhur Jaffreys Rezepte ein Ideechen besser, aber gerade für die vegetarischen Gerichte ist Sahni eine nahezu unerschöpfliche Quelle.

Italien

La Cucina - Die originale Küche Italiens (Accademia Italiana della Cucina / Callwey)
Das offzielle Gesamtverzeichnis der italienischen Küche. Ähnlich beim Silberlöffel sind süditalienische Rezepte eher unterrepräsentiert, aber das ist ein allgemeines Problem italienischer Kochbücher. An manchen Stellen sind – zumindest in der alten bei Delphin erschienenen Ausgabe – die Rezepte etwas ungenau (wie z.B. Zutaten, die nicht in der Zutatenliste aufgeführt wurden), ich führe das aber größtenteils auf Übersetzungsfehler zurück.
Der Silberlöffel (Phaidon)
Das inoffizielle Gesamtverzeichnis der italienischen Küche.

Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika

Claudia Roden: New Book of Middle Eastern Food (Penguin)
Dieses Buch gibt einen Überblick über die im weitesten Sinne nahöstliche Küche. Die Gerichte sind sehr aromatisch, aber auch (wie nicht anders zu erwarten) oft ziemlich aufwändig und teilweise sinnvoll nur für größere Menschenmengen zu kochen.
Claudia Roden: Arabesque: Sumptuous Food from Morocco, Turkey and Lebanon (Knopf; britische Ausgabe mit SI-Einheiten bei Penguin); deutscher Titel: Die orientalische Küche (Christian Verlag)
Dieses Buch beschränkt sich auf drei Länder des südlichen und östlichen Mittelmeerraums, die als Hort der gehobenen Küche gelten. Wie bei ihrem anderen Buch gilt, dass die Gerichte oft sehr aufwändig sind. Das Buch besteht aus drei identisch aufgebauten Teilen, die jeweils eine Einleitung zur Landesküche und Kapitel über Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen umfassen.

New Mexico

Cocinas de New Mexico (Public Service Company of New Mexico)
Dieses Heftchen stellt die Grundlagen der Hausmannskost New Mexicos vor. Aus deutscher Sicht sind manche Gerichte ein bisschen gar zu fettig und/oder käsehaltig ausgefallen und etliche Gerichte profitieren davon, wenn man sie etwas aufwändiger zubereitet, aber um einen Einblick in die Geschmäcker New Mexicos zu bekommen, ist dieses Büchlein ideal.
Cleofas M. Jaramillo: New Mexico Tasty Recipes (Seton Village Press, Nachdruck bei Gibbs Smith)
Eine in den frühen 1940ern zusammengestellte Rezeptesammlung der spanischsprachigen Bevölkerung von New Mexico. Die Gerichte aus diesem dünnen Heftchen stehen der mexikanischen Küche noch deutlich näher, da sich der angloamerikanische Einluss auf die Küche New Mexicos zu diesem Zeitpunkt gerade erst durchzusetzen begann. Manche Rezepte sind etwas schwammig formuliert, aber mit etwas Erfahrung in der Küche problemlos zu meistern.

ehemalige Sowjetunion

W. W. Pochljobkin: Die Kochkunst der sowjetischen Völker (Verlag für die Frau; antiquarisch)
Eher zum Sammeln interessant, da sich relativ viele Rezepte nur mit größeren Adaptionen umsetzen lassen, wodurch natürlich die Authenzität flöten geht. Bietet auch dank der einführenden Kapitel einen guten Einblick in eher unbekannte Landesküchen.

Tschechien

Joza Břízová, Maryna Klimentová: Tschechische Küche (Verlag für die Frau; antiquarisch)
Sehr schönes Kochbuch mit einer Vielzahl von Rezepten. Streckenweise etwas üppig, lässt sich aber problemlos an heutige Gewohnheiten angleichen.
Juliana Fialová, Květoslava Stybliková: Die böhmische Küche (Artia)
Ein weiteres Kochbuch über die böhmische/tschechische Küche. Die hier vorgestellten Gerichte sind etwas weniger eingängig und vom stil her traditioneller als in Tschechische Küche.
Mária Hajková: Múčniky (Verlag für die Frau; antiquarisch)
In diesem Büchlein – gesprochen: Múhtschnjicky – findet man Backwaren soviel das Herz begehrt sowie einiges an Mehlspeisen, die als Hauptgerichte serviert werden können. Wer gerne süß isst, wird mit diesem Back-/Kochbuch sehr glücklich werden, denn Süßkram aller Art können die Tschechen besonders gut.
Vilém Vrabec: So ißt man in Böhmen (Bertelsmann; antiquarisch)
Vrabec tendiert weniger zur Hausmannskost und mehr zur gehobenen Küche – viele der Rezepte aus diesem Buch finden sich auch in seinem Großen Kochbuch. Zusammen mit den oben erwähnten (und ebenfalls recht leicht erhältlichen) Büchern bekommt man einen breiten Überblick über die böhmische Küche.

Ungarn

Károly Gundel: Kleines ungarisches Kochbuch (Corvina; antiquarisch)
Dieses sehr kurze Kochbuch stellt die gehobene ungarische Küche vor, die der Autor maßgeblich mitgeprägt hat.

Westafrika und Karibik

Sandra Amoako: Akwaaba: A Taste of Ghana (Alikobooks; E-book)
Dieses Kochbuch über die ghanaische Küche enthält vor allem die typischsten Rezepte und ist mit dem Hintergedanken geschrieben, dass man es auch ohne Zugriff auf in Europa nicht verbreitete Produkte nutzen kann.
Jojo Cobbinah, Holger Ehling: Westafrikanisch kochen. Gerichte und ihre Geschichte (Die Werkstatt)
Eines der wenigen deutschsprachigen Werke überhaupt zur Westafrikanischen Küche (man kann schon sehr froh sein, dass der Werkstatt-Verlag Afrika unterteilt und nicht ein Buch für einen ganzen Kontinent anbietet). Es fehlt dem Buch an gewissen Stellen am Feinschliff (die Portionsgrößen sind etwas uneinheitlich und bei der Art der Zutaten ist das Buch manchmal etwas ungenau, weshalb man schon einige Kocherfahrung und gewisse Vorstellungen vom Endergebnis haben sollte, um mit diesem Buch zu kochen) und beim Thema Schärfe schließt sich das Buch leider der Unsitte an, zu sehr dem deutschen Geschmack entgegenkommen zu wollen. Dafür sind Gerichte, die in verschiedenen Ländern verschieden gekocht werden, auch mal mehrfach vertreten.
Rosamund Grant: Caribbean and African Cooking (Grub Street)
Eine Zusammenstellung karibischer sowie nahe verwandter westafrikanischer Gerichte. Einige Gerichte sind neu für dieses Kochbuch entwickelt, andere sind traditionell. Das Buch versucht die Vielfalt der Einflüsse auf die karibische Küchen darzustellen.
Patti Gyapomaa Sloley: A Plate in the Sun (Emmalily)
Ein ghanaisches Kochbuch, das sich Zeit nimmt, wichtige Zutaten und Gewürze gründlich zu erläutern. Mit einer großen Auswahl an großen und kleinen Gerichten.

Themen-Kochbücher

Home Preservation of Fruit and Vegetables (Her Majesty's Stationery Office)
Praktisch alles, was man rund um das Thema Konservierung wissen muss. Schätzungsweise die Hälfte des Buches besteht aus Rezepten für Marmeladen, Gelees u.ä. (für kein einziges Rezept davon benötigt man Gelierzucker; normaler Haushaltszucker reicht), im Rest findet man solche Sachen wie eingekochtes oder eingelegtes Gemüse, Sirup, Ketchups (es gibt nicht nur Tomatenketchup, sondern auch andere Ketchups) und Chutneys. Daneben gibt es ein Fehlersuchekapitel und die Rezepte atmen den Geist einer präzisen chemischen Kochanleitung. Einziger Nachteil dieses Buches ist die läppische Bindung – wenn man dieses Heft sehr oft nutzt, sollte man wahrscheinlich überlegen, ob man es als Hardcover binden lässt.
Tea at Fortnum & Mason (Ebury Press)
Ein ganz kleines Büchlein, worin herzhafte und vor allem süße Spezialitäten für den Kaffeetisch vorgestellt werden. Im Gegensatz zum ähnlich angelegtem Ritz London Book of Afternoon Tea ist das Fortnum-&-Mason-Teebuch ein ganzes Stückchen weniger etepetete.
Elizabeth David: Summer Cooking (Penguin Books)
Zwar nennt sich dieses Buch Summer Cooking, aber eigentlich ist es eher ein Buch mit Rezepten, die sich relativ einfach und/oder schnell zubereiten lassen, wobei manche Gerichte angesichts ihrer Zutaten besser für den Sommer geeignet sind.
Ross Dobson: Wholesome Kitchen: Delicious Recipes with Beans, Lentils, Grains, and Other Natural Foods (Ryland Peters & Small); deutscher Titel: Von Erbsen, Bohnen und Linsen: Das Kochbuch der Hülsenfrüchte (Umschau)
Ein Buch, das Hülsenfrüchtegerichte (und einige Getreidegerichte) aus aller Welt vorstellt, die oft frei interpretiert sind. Empfehlenswert für Leute, die sich fleischärmer ernähren wollen.
Sabrina Fauda-Rôle: Tartines apéro (Marabout); deutscher Titel: 80 überraschende Rezepte auf's Brot (Neuer Umschau Buchverlag)
Normalerweise findet man in Büchern über Sandwiches oder Brotbeläge Rezepte, für die man entweder sehr viele Zutaten braucht, bestimmte Zutaten erst aufwändig vorbereiten muss oder für die man von einer Zutat, für die man sonst keine Verwendung hat, nur einen Bruchteil einer Packungseinheit benötigt. Tartines apéro umgeht das alles wunderbar mit Rezepten, die mit vertretbarem Zeit- und Materialauswand umzusetzen sind und sich daher vorzüglich eignen, die schnöde Schnitte zum Abendbrot durch etwas aufregenderes zu ersetzen.
Jane Grigson: Vegetable Book (Penguin)
Grigson stellt hier eine Vielzahl von europäischen und nahöstlichen Rezepten für sage und schreibe 75 Gemüsearten vor, die allerdings nicht unbedingt vegetarisch sind. Darunter finden sich sowohl Hauptgerichte als auch Beilagen. Eine unsersetzliche Quelle für die vielfältige Gemüseküche.
Jane Grigson: The Mushroom Feast (Penguin, neuere Ausgabe bei Grubb Street)
Wie in ihrem Gemüsekochbuch sind hier vielfältige Gerichte mit Pilzen zusammengefasst. Es findet sich viel französische Küche, und es gibt sogar ein kleines Kapitel über Pilze in der japanischen und chinesischen Küche.
Frieder Gröger: Pilze und Waldfrüchte (Verlag für die Frau; antiquarisch)
Schmales Heftchen mit vielen kleinen Gerichten und Hinweisen für die einzelnen Pilzsorten.
Ken Hom: Top 100 Stir-Fry Recipes (BBC Books)
Eigentlich kann man zu Hause kaum richtig mit dem Wok kochen, da europäische Herde schlichtweg nicht für die nötigen Temperaturen ausgelegt sind. Trotzdem sind viele Wokgerichte sehr lecker. In Ken Homs Buch findet man klassische Gerichte, aus dem Asiarestaurant bekannte Gerichte und schnell zubereitete Gerichte, die einfach nur schmecken sollen.
Madhur Jaffrey: Madhur Jaffrey's Ultimate Curry Bible (Random House); deutscher Titel: Currys, Currys, Currys: indisch – kreolisch – asiatisch (Christian Verlag)
Wie der Name schon sagt, ist dieses Buch eine Zusammenstellung von Curry-Gerichten – nicht nur aus Indien, sondern aus aller Welt. Der Umfang dieses Buches erschlägt einen fast. Madhur Jaffrey legt in diesem Buch etwas weniger Wert auf traditionelle Zubereitungen (zumindest, solange der Geschmack dadurch nicht beeinflusst wird) und es finden sich auch etliche Rezepte jüngeren Datums. Sehr praktisch ist der Index, der unter anderem die Rezepte nach Ursprungsländern auflistet.
Vicky Jones: Out of the Pod (Ryland Peters & Small)
Ein weiteres Hülsenfrüchtekochbuch, das sowohl von der Herkunft als auch der Art der Gerichte her breit angelegt ist.
Günter und Erna Linde: Von Anis bis Zimt (Verlag für die Frau; antiquarisch)
Diese grundsolide kleine Gewürzfibel stellt allerhand übliche und weniger übliche Gewürze, Kräuter und Würzmittel vor. Das Buch ist zwar von 1983, aber obwohl sich seitdem geschmacklich einiges gewandelt hat, kann man dieses Büchlein heutzutage uneingeschränkt benutzen – gut, bis auf den Teil über Fertigwürzmischungen und -saucen, von denen ein Teil nach Ende der DDR aus den Läden verschwunden ist. Im ersten Teil des Buches werden verschiedene Kräuter und Gewürze nach ihrer Verwendung vorgestellt, teilweise mit historischen Fakten und Zeichnungen. Im zweiten Teil finden sich etwas über 100 Rezepte. Der dritte Teil besteht aus Listen, welche Gewürze und Kräuter mit welchen Gerichten zusammenpassen und umgekehrt, ein paar Tipps zur Aufbewahrung von Gewürzen bzw. Haltbarmachung von Kräutern und schließlich gibt es Anbauhinweise für Kräuter, die gut im Hausgarten oder auf dem Balkon gezogen werden können. Im Gegensatz zu vielen neueren Kräuter- und Gewürzbüchern ist dieses Büchlein frei von esoterischem Schnickschnack und es sind auch keine Modekräuter zu finden, für die es gar keine althergebrachten Rezepte gibt. Die Rezepte und Verwendungshinweise sind auf die europäische Küche beschränkt, aber wenn es zum Einsatz der Kräuter und Gewürze kommt, sind die Rezepte deutlich weniger zaghaft als vieles, was man in vergleichbaren Kochbüchern aus der gleichen Zeit finden kann. Der Kräuterkenner wird hier kaum etwas neues entdecken, aber besonders zum Einstieg in das Würzen mit Gewürzen und Kräutern wird dieses Buch sehr hilfreich sein.
Dan May: Red Hot Chilli Cookbook (Ryland Peters & Small); deutscher Titel: Red Hot Chili-Kochbuch (Fona)
Ein Chilikochbuch mit Spezialitäten aus aller Welt. Im Gegensatz zum Zoschke benötigt man für die hier vorgestellten Rezepte oft bestimmte Chili-Sorten (und auch sonst Spezialzutaten), um den gewünschten Geschmack zu erzielen. Es ist daher eher als ein Überblick über die Chiliküchen der Welt zu sehen, denn als ein Kochbuch für den ständigen Gebrauch.
Sri Owen: The Rice Book (Doubleday, St Martin’s Press, Nachdruck als Taschenbuch bei Frances Lincoln)
Dieses Buch ist das ultimative Werk zum Thema Reis: Man findet hier Rezepte aus aller Welt für Reis als Beilage und als Hauptgericht. Außerdem gibt es eine ausführliche Einleitung zum Thema Reis und es wird auf die verschiedenen Techniken, die man zum Kochen von Reis braucht, eingegangen.
Diane Seed, Robert Budwig: The Top One Hundred Pasta Sauces (Rosendale Press; antiquarisch); deutscher Titel: Die hundert besten Pasta- Saucen (At Verlag; antiquarisch)
Liebevoll zusammengestelltes und hübsch illustriertes Kochbuch sowohl mit altbekannten als auch ungewöhnlicheren Nudelsaucen. Viele relativ schnelle Rezepte sowie einige aufwändigere Gerichte.
Laura Washburn: Mac 'n' Cheese – Traditional and inspired recipes for the ultimate comfort food (Ryland Peters & Small)
Ein kleines Kochbuch mit vielen Ideen, wie man verschiedene Käse mit andere Zutaten zu einem etwas anderen Mac and Cheese kombinieren kann.
Harald Zoschke: Das Chili-Pepper-Buch (Suncoast Peppers)
Bei diesem Buch handelt es sich um das deutschsprachige Standardwerk zum Thema Chilis für den Eigengebrauch. Hauptsächlich beschäftigt sich dieses Buch mit dem Anbau der verschiedenen Chilis, aber es gibt auch einen Rezeptteil mit dem ein oder anderen interessanten Rezept. Da Deutschland bekanntermaßen ein Chili-Entwicklungsland ist, kann man die meisten Rezepte auch mit der beschränkten Chili-Auswahl aus deutschen Supermärkten nachkochen.

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