Englisches Frühstück

Normalerweise kriege ich früh nicht viel runter – vor um 8 geht bei mir nicht mehr als eine halbe Scheibe Toast auf einmal. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Wenn ich früh raus muss und weiß, dass es bis zum Mittagessen noch lange hin ist (bei Flugreisen z.B. – da kriegt man ja heute teilweise nur noch einen Schokoriegel in die Hand gedrückt und das wars dann), dann steht ich eine halbe Stunde eher auf und mach mir im Zweifelsfall auch mal kurz nach vier Uhr morgens ein englisches Frühstück. Man nehme pro Person:

  • zwei Scheiben Bacon – der Frühstücksspeck, den man in deutschen Supermärkten bekommt, tuts auch, viel leckerer ist aber englischer Speck, der außerdem (trotz des Namens) viel weniger Fett enthält (aber den kriegt man halt nur, wenn man einen entsprechenden Spezialitätenladen mit Kühlregal in der Nähe hat)
  • 2 Würstchen – an die britischen Würstchen kann ich nicht ran (die scheinen auch mehr Semmelbrösel als Fleisch zu enthalten), aber wenn man unbedingt Würstchen auf seinem Teller haben möchte, sind generische kleine Bratwürstchen wahrscheinlich die beste Wahl
  • als vegetarische Alternative zu den Würstchen: 1 Rösti-Ecke aus dem Tiefkühler
  • 2 große Champis (geviertelt) oder eine handvoll kleinerer Champis (halbiert oder ganz)
  • 1 mittelgroße Tomate (oder eine halbe Fleischtomate), möglichst nicht holländisch und in eine Ober- und Unterhälfte halbiert und auf der Schnittfläche gesalzen und gepfeffert (im Winter lasse ich die Tomate oft weg, weil es ja nichts bringt, wenn sie nach nichts schmeckt)
  • 1 Ei
  • ½ halbe Dose bzw. eine Portion Baked Beans
  • mindestens zwei Scheiben Toastbrot
  • optional: etwas Marmelade fürs Toast, damit man nicht vor der Pfanne verhungert, bevor das Frühstück fertig ist
  • Ketchup oder Brown Sauce
  • dazu: 1 Pott kräftigen Tee – bei deutschen Teebeuteln also mit zwei Teebeuteln pro Pott
  • 1 große Pfanne und ein kleiner Topf (für die Rösti-Ecke zusätzlich eine kleine Pfanne)

Los geht es mit dem Speck und den Würstchen, die in etwas Fett nach Wahl bei mittlerer Hitze gebraten werden. Derweil werden die Baked Beans langsam in einem kleinen Topf erhitzt. Die Rösti-Ecke wird separat nach Packungsanleitung gebraten – wenn man ganz vorsichtig ist, geht das wahrscheinlich auch in der großen Pfanne, aber die Sorte, die ich immer kriege, zerfällt sofort, wenn sie angestupst wird, wenn sie noch nicht knusprig ist, und in der großen Pfanne muss man die Sachen ja manchmal ein wenig hin- und herschieben.

Wenn der Speck langsam braun wird, gibt man die Champis zum Speck und salzt und pfeffert sie. Wenn die Champis so langsam anfangen, gar zu werden, kommen die Tomatenhälften in die Pfanne. Sie werden für einige Minuten auf der Schnittfläche gebraten (wenn man einen Miniofen hat, kann man die Tomatenhälften auch darin backen; die Schnittfläche zeigt in dem Fall von vornherein nach oben). Nachdem man die Tomaten gedreht hat, schlägt man das Ei in die Pfanne und salzt und pfeffert es und brutzelt so lange weiter, bis das Ei die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

Zum Servieren werden die Bohnen über die beiden Toastscheiben gegossen und alles andere wird irgendwie drumrum drapiert und wenn man möchte, macht man sich einen Klecks Brown Sauce oder Ketchup auf den Teller.

Dieser Beitrag wurde bereits 469 x gelesen.

Kommentieren